
Ćwikła
Kalte Ćwikła aus geriebener Roter Bete und Meerrettich, ein scharfer Relish zu Ostern, klar zu unterscheiden von den warmen Buraczki, von Barszcz und von Botwinka.
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Rote Bete waschen und in Salzwasser weich kochen, oder fertig gekochte, vakuumierte Rote Bete verwenden. Abkühlen lassen, schälen und grob bis mittelfein reiben, keine Würfel und kein Püree.
Tipps: Das ist ein kalter Relish, keine warme Beilage wie Buraczki und keine Suppe wie Barszcz oder Botwinka.
Zutaten
- Rote Bete (roh zum Kochen oder vakuumiert gekocht)600 g
- Meerrettich, gerieben (frisch oder Glas)3 EL
- Essig (Wein- oder Apfelessig) oder Zitronensaft1 EL
- Zucker1 TL
- Salz1 TL
- Schwarzer Pfeffer (optional)1 Prise
Alemniam
Mehr über dieses Gericht
Ćwikła
Ćwikła, scharf-süß, betenrot, kalt und festlich neben Wurst. Der Name Ćwikła stammt vom griechischen Wort seytlon für Rübe und kam über das Ruthenische ins Polnische, lange bevor er die heutige Bedeutung annahm. Erste schriftliche Spuren des Wortes reichen bis 1389 zurück, als es in den Rechnungsbüchern des Königshofs von Jadwiga und Jagiełło unter der Schreibweise „czwikla“ auftaucht, und 1567 veröffentlichte Mikołaj Rej das erste bekannte Rezept. Interessanterweise bezeichnete Ćwikła ursprünglich nicht die heutige Rote Bete, sondern die blättrige Mangold-Verwandte, die man wegen der Blätter anbaute; die Wurzelrübe zum Ernten setzte sich in Polen erst an der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert durch, wahrscheinlich aus Westeuropa importiert. Aus dem Pflanzennamen wurde über die Jahrhunderte der Name für das fertige Relish aus geriebener Bete und Meerrettich, das man traditionell zu Ostern zubereitete, weil beide Wurzeln im Frühjahr aus dem winterlichen Erdmieten-Lager kamen. Der Meerrettich sorgt dabei für den scharfen Kontrast, der laut alter Auslegung an die bitteren Momente erinnern soll, die süße Momente erst wertvoll machen. Das ist bewusst keine warme Beilage und keine Suppe: Buraczki bleiben die warme Rote-Bete-Beilage, Barszcz czerwony die Bete-Suppe, Botwinka die Suppe aus jungen Bete-Blättern, Sałatka jarzynowa der Mayo-Festsalat.
Einkaufen und kochen
Gekochte oder geröstete Rote Bete und frischer Meerrettich tragen die Schüssel, dazu etwas Essig oder Zitrone, Salz, Zucker und optional ein Schuss Öl. Bete und guten Meerrettich findest du oft im Polenladen, Alternativen listet Ersatzprodukte DE. Warm geriebene Bete ohne Meerrettich ist eher Buraczki, ein kalter Kefir-Becher dagegen Chłodnik.
Bete weich kochen oder fertig gekochte nehmen, schälen und grob bis mittelfein reiben, nicht zu Brei verarbeiten. Meerrettich unterrühren und mit Essig oder Zitrone, Zucker und Salz auf scharf-süß-säuerlich abschmecken. Zu viel Flüssigkeit macht den Relish wässrig, zu wenig Säure lässt ihn flach schmecken. Mindestens ein bis zwei Stunden kalt ziehen lassen, besser über Nacht, denn erst dabei runden sich Schärfe und Farbe zueinander. Frischen Meerrettich nicht mitkochen, sonst verliert er seine Schärfe, Ćwikła bleibt ein kaltes Gericht. Das unterscheidet sie technisch klar von der warmen Zubereitung bei Buraczki, wo Zwiebel und Butter über Hitze mitziehen.
Ćwikła liefert in Deutschland oft den scharfen Ostern-Kontrast, wenn Buraczki als warme Beilage schon am Sonntag auf dem Tisch stehen: ein Glas Relish, kalt, neben Wurst und Ei. Vakuumierte Bete und Meerrettich aus dem Glas sind in der Diaspora völlig legitim, solange die Qualität stimmt. Zutaten findest du im Polenladen, Alternativen unter Ersatzprodukte DE. Kulturell gehört sie zum Wielkanoc-Speiseplan.
Am Tisch
Kalt in Schüssel oder Glas, zu Biała kiełbasa, Pasztet, Ei und Brot. Zu Ostern gehört sie zum Wielkanoc-Speiseplan. Auf dem Tisch bleibt die Zuordnung klar: warm ist Buraczki, Suppe ist Barszcz oder Botwinka, Mayo-Salat ist Sałatka jarzynowa. Sie hält sich mehrere Tage gekühlt, vor dem Servieren umrühren und die Schärfe noch einmal prüfen.
Ćwikła mit Buraczki zu verwechseln ist der häufigste Fehler, dabei ist eine warm, die andere kalt. Auch die Verwechslung mit Barszcz oder Botwinka kommt vor, beides sind Suppen. Technisch scheitert Ćwikła meist an zu viel Flüssigkeit, zu wenig Meerrettich oder daran, dass sie versehentlich heiß statt kalt serviert wird.
Mit mehr Meerrettich wird sie schärfer, mit weniger und etwas mehr Zucker milder, mit geriebenem Apfel entsteht eine Hausvariante, die man ehrlich benennen sollte. Die warme Version bleibt bei Buraczki, Suppen findest du bei Barszcz und Botwinka, den Festsalat bei Sałatka jarzynowa. Auf dem Teller passen Biała kiełbasa und Pasztet gut dazu. Zum Anlass gehört der Wielkanoc-Speiseplan, Einkaufshilfen liefern der Polenladen und die Ersatzprodukte.
