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Chłodnik litewski

Chłodnik litewski

Chłodnik litewski ist eine kalte Suppe aus Rote Bete, Kefir oder Buttermilch, Gurke und Dill, cremig-säuerlich und eiskalt serviert, das genaue Gegenteil des heißen, klaren Barszcz czerwony.

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30 Min
Schritte1 / 5

Gekochte Rote Bete fein reiben oder pürieren und mit Kefir oder Buttermilch sowie kalter Brühe glattrühren.

Tipps: Für die klassische litauisch-polnische Note nimmst du Kefir, in Deutschland funktioniert auch Buttermilch oder Naturjoghurt genauso gut.

Zutaten

  • Gekochte Rote Bete500 g
  • Kefir oder Naturjoghurt500 ml
  • Gurke1 Stück
  • Radieschen4 Stück
  • Dill1 Bund
  • Sauerrahm150 g
  • Eier2 Stück

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Mehr über dieses Gericht

Chłodnik litewski

Chłodnik litewski, kalt, rosa, sommerfrisch. Chłodnik ist deutlich älter, als die einfache Sommerküche vermuten lässt, seine Wurzeln reichen laut Kulturhistorikern rund 400 Jahre zurück ins mittelalterliche Grenzgebiet zwischen Polen und Litauen, in die heutige Gegend um Sejny. Ursprünglich war es eine Feldsuppe für Bauern in der Erntezeit, gemacht aus wildem Sauerampfer, Rote-Bete-Blättern und was der Garten sonst hergab, gesäuert mit Roggen- oder Rote-Bete-Kwas oder sogar mit Sauerkraut- oder Gurkenlake, damals noch weiß oder grünlich statt rosa, denn die heute typische rote Rübe kam als Farbgeber erst in der Zwischenkriegszeit dazu. Nach der Union von Lublin 1569 wanderte die Suppe von der bäuerlichen Küche auf die Tafeln des Adels, am Hof von König Stanisław August Poniatowski bereitete der Kammerkoch Paul Tremo aufwendige Versionen zu, sein Schüler Jan Szyttler beschrieb später Chłodnik mit Stör, Krebsschwänzen und Eischnee. Adam Mickiewicz verewigte die Suppe 1834 in Pan Tadeusz als chołodziec litewski. Die heute übliche Basis aus Kefir statt teurer Śmietana setzte sich vor allem in der Nachkriegszeit durch. Litauer nennen dieselbe Suppe übrigens šaltibarščiai, kalter Barszcz, und identifizieren sich ebenso stark mit ihr wie Polen mit ihrem Chłodnik. Mit dem heißen, klaren Barszcz czerwony hat Chłodnik trotz der gemeinsamen roten Bete kaum etwas zu tun.

Einkaufen und kochen

Gekochte Rote Bete, am schnellsten aus dem Glas, Kefir oder Buttermilch sowie Gurke, Radieschen, Dill und Śmietana tragen den kalten Becher. Der Überblick Polnische Suppen ordnet Chłodnik neben Barszcz und Żurek ein, eine dickere Śmietana zum Finish gibt es oft im Polenladen.

Mixe die Basis kalt, würfle das Gemüse fein und stelle alles mindestens zwei Stunden in den Kühlschrank, am nächsten Tag schmeckt Chłodnik oft noch besser. Säure und Salz erst am Ende justieren, denn der Kefir bindet und verändert den Geschmack noch eine Weile nach dem Mischen.

In deutschen Sommern ohne Klimaanlage rettet die kalte Suppe oft den Appetit. Kinder mögen die rosa Farbe meist ohne viel Überredung, und sobald die Basis steht, brauchst du keinen Herd mehr.

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Am Tisch

Serviere Chłodnik mit einer halben gekochten Kartoffel und hartgekochtem Ei. So wird daraus ein leichtes Hauptgericht, kein Vorspeisen-Häppchen neben dem Grill.

Zu warm serviert, zu wässrig angesetzt und zu wenig Dill machen Chłodnik flach. Die Suppe muss richtig kalt sein, nicht lauwarm aus dem Kühlschrank, und Salz sowie Säure gehören erst ans Ende. Verwechsle Chłodnik außerdem nicht mit dem heißen Barszcz czerwony, beide teilen nur die Rote Bete.

Mit mehr Śmietana, ganz ohne Ei oder als Kontrast zum heißen Barszcz im Winter bleibt Chłodnik wandelbar. Der Suppen-Guide ordnet ihn in die Familie ein. Warme Kiszonki-Alternativen, aber nicht kalt und rosa, sind Ogórkowa und Kapuśniak, eine warme Frühlings-Bete mit Grün, aber ebenfalls nicht kalt, ist Botwinka.