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Buraczki

Buraczki

Warme geraspelte Rote-Bete-Beilage mit Apfel und Meerrettich, klassisch zum Sonntagsschnitzel, klar zu unterscheiden von Botwinka-Suppe und Barszcz.

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70 Min
Schritte1 / 5

Rote Bete waschen und ungeschält in Salzwasser weich kochen, oder bereits vorgekochte Bete verwenden. Abkühlen lassen, schälen und grob raspeln oder in feine Streifen schneiden.

Tipps: Das ist eine Beilage und keine Suppe, die Suppen Botwinka und Barszcz bleiben eigene Rezepte mit ganz anderer Konsistenz.

Zutaten

  • Rote Bete800 g
  • Zwiebel1 Stück
  • Saurer Apfel1 Stück
  • Geriebener Meerrettich2 EL
  • Butter oder Öl2 EL
  • Prise Zucker1 Prise
  • Salz, Pfeffer, Essig oder Zitrone1 nach Geschmack
  • Śmietana zum Servieren (optional)100 ml

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Buraczki

Buraczki, erdig-süß und säuerlich-scharf, warm auf dem Teller, eine Beilage und keine Suppe. Rote Bete ist in Polen seit dem 16. Jahrhundert dokumentiert, schon der Dichter und Gutsherr Mikołaj Rej beschrieb damals ein eingelegtes Rezept, das dem heutigen Ćwikła nahekommt. Als eigenständiges Wurzelgemüse gewann die Bete in der Renaissance an Bedeutung, als italienische Techniken der Gemüsezubereitung an polnischen Höfen Einzug hielten, und ihre Frostresistenz sowie einfache Lagerung in Erdmieten machten sie zu einem festen Winterlebensmittel. Die Technik des Zasmażanie, also das Anschwitzen mit einer Mehlschwitze aus Butter und Mehl, geht auf französische Kücheneinflüsse an adligen Höfen zurück, die sich in den Teilungszeiten mit ländlicher Tradition vermischten. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Buraczki zum festen Pflichtbestandteil der PRL-Milchbars, dort untrennbar verbunden mit dem panierten Kotlet mielony und Kartoffelpüree. Das ist weder die Suppe aus jungen Beten Botwinka noch die klare oder cremige Rote-Bete-Suppe Barszcz czerwony noch der kalte Mayo-Festsalat Sałatka jarzynowa, sondern eine warme Beilage, klassisch neben Kotlet schabowy.

Einkaufen und kochen

Rote Bete roh oder vorgekocht, Zwiebel, ein saurer Apfel und Meerrettich aus dem Glas oder frisch geraspelt, oft günstig im Polenladen. Dazu Butter oder Öl, Salz, Pfeffer und eine Prise Zucker. Wie du Śmietana separat dazu servierst, zeigt der Guide zu Śmietana und Schmand. Wer eigentlich eine Bete-Suppe sucht, findet die bei Botwinka oder Barszcz, das ist ein ganz anderer Charakter als diese Beilage.

Die Bete wird weich gekocht oder fertig vorgekocht verwendet, geschält und geraspelt, Handschuhe schützen dabei die Hände vor Verfärbung. Die Zwiebel zieht glasig an, die Bete zieht danach mit wenig Flüssigkeit warm, Apfel und Meerrettich kommen erst gegen Ende dazu, sonst verkocht ihre Schärfe. Zu viel Wasser macht daraus schnell eine kleine Suppe und rückt die Beilage optisch zu nah an Botwinka oder Barszcz heran. Am Ende braucht es eine ausgewogene Balance aus Säure, Salz und einer Prise Süße, serviert wird heiß, ohne die Beilage stundenlang offen warmzuhalten.

Vorgekochte Bete aus der Vakuumpackung spart nach der Schicht wertvolle Zeit, das lässt sich auch ganz ehrlich so sagen. Die Farbe färbt schnell ab, deshalb schützen ein separates Brett und notfalls Handschuhe die Küche. Kinder dürfen den Apfel raspeln, während die Schärfe des Meerrettichs bei den Erwachsenen dosiert wird. Reste halten sich gut im Kühlschrank und lassen sich am Folgetag kurz erhitzen, den Rahmen für den ganzen Sonntag liefert der Guide zum Sonntagsessen.

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Am Tisch

Heiß neben Kotlet schabowy, Kartoffeln oder Kasza, Śmietana separat in einem Schälchen dazu. Der Menüplatz steht im polnischen Sonntagsessen, Panier-Technik liefert der Panieren-Guide. An Ostern passt sie optional als Beilage im Rahmen des Wielkanoc-Speiseplans, gemischt werden sollte sie aber nicht mit der ganz anders aufgebauten Sałatka jarzynowa.

Zu viel Flüssigkeit macht aus der Beilage schnell eine kleine Suppe, die optisch an Botwinka oder Barszcz erinnert, ohne deren Charakter zu haben. Wer sie mit der kalten Sałatka jarzynowa verwechselt, erwartet fälschlich einen gemischten Salat statt einer warmen Beilage. Meerrettich von Anfang an mitzukochen verkocht seine Schärfe, und roher, ungegarter Verzehr bringt weder die richtige Textur noch den vollen Geschmack.

Ohne Apfel nur mit Meerrettich schmeckt es schärfer, mit etwas Butter am Ende runder, milder abgeschmeckt eignet sich die Beilage auch für Kinder. Wer stattdessen einen kalten Relish aus Bete und Meerrettich sucht, findet den bei Ćwikła, das ist ein ganz anderer Charakter als diese warme Beilage. Passende Nachbarn sind Schabowy, die Suppe Botwinka, Barszcz und Sałatka jarzynowa, dazu passende Guides sind das Sonntagsessen, das Panieren und die Śmietana.