
Pierogi leniwe
Pierogi leniwe sind weiche Klößchen aus Twaróg, Ei und Mehl, die geschnitten statt gefaltet werden, dadurch milder und schneller fertig als klassische gefüllte Pierogi oder die kartoffelbasierten Kopytka und Kluski śląskie.
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Twaróg gut abtropfen lassen und mit Ei, Mehl und einer Prise Salz zu einem weichen, aber formbaren Teig verkneten.
Tipps: Je feuchter der Twaróg, desto mehr Mehl braucht der Teig danach, drücke ihn deshalb vorher in einem Tuch gut aus, sonst wird die Masse am Ende klebrig.
Zutaten
- Twaróg500 g
- Mehl150 g
- Ei1 Stück
- Butter40 g
- Semmelbrösel40 g
Alemniam
Mehr über dieses Gericht
Pierogi leniwe
Pierogi leniwe, mild, weich und ganz ohne den Aufwand des Faltens. Pierogi leniwe verdanken ihren Namen nicht dem Kochvorgang, sondern der eingesparten Arbeit: Twaróg, Mehl und Ei sind dieselben Zutaten wie bei klassischen gefüllten Käse-Pierogi, nur knetet hier niemand Teig getrennt, rollt ihn aus, streicht Füllung darauf und kneift jeden einzelnen Rand zusammen. Stattdessen wird alles zu einer Masse verknetet, zu einer Rolle geformt und geschnitten, daher leniwe, also faul. Rezepte dafür sind in polnischen Kochbüchern schon seit dem 18. Jahrhundert belegt, richtig populär wurden sie aber durch die Milchbars, die sogenannten bary mleczne, 1896 von Stanisław Dłużewski gegründet und in der PRL-Zeit zu preiswerten Kantinen mit einfacher, milch- und eibasierter Küche geworden. Leniwe sind dabei keine gefalteten Pierogi wie Pierogi Ruskie, sie enthalten keine Kartoffel wie Kopytka und keine Kartoffelstärke wie Kluski śląskie. Die breite Teigfamilie ordnet der Pierogi-Guide, gefüllte Obst-Knödel sind Knedle ze śliwkami, nicht diese Seite. Heiße Nudeln mit Twaróg-Sauce darüber sind wiederum ein anderer Teller: Makaron z serem.
Einkaufen und kochen
Twaróg oder gut abgetropfter Speisequark, Mehl und Ei sowie Butter und Semmelbrösel reichen für dieses Rezept aus. Konsistenz und Einkauf in Deutschland erklärt der Twaróg-Guide, die Route über den Polenladen lohnt sich oft, weil der Quark dort meist trockener und dadurch ergiebiger ist.
Der Teig soll weich, aber formbar bleiben, zu viel Mehl macht die Klößchen gummiartig statt zart. Koche sie in leicht siedendem, nicht sprudelndem Wasser und nimm sie heraus, sobald sie aufschwimmen. Das ist kein Nudelkochen mit Quark-Sauce, das wäre Makaron z serem.
Für viele Kinder in Deutschland sind Leniwe das erste Pierogi-Erlebnis, weil niemand falten muss und das Ergebnis trotzdem vertraut schmeckt. Wer später Obst einpacken möchte, wechselt zu den Knedle, wer ganz auf Kloßteig verzichten will, landet bei Makaron z serem.
Am Tisch
Klassisch mit in Butter geröstetem Semmelbrösel und Zucker oder mit Śmietana, mehr zur Wahl zwischen beiden liefert Śmietana vs. Schmand. Auch herzhaft mit Salz und Dill schmecken sie gut. Als Sonntags-Dessert passen sie neben das Sonntagsessen.
Zu viel Mehl, zu starkes Kochen und zu nasser Quark sind die klassischen Fehler. Tropfe den Twaróg gut ab und bleibe ruhig am Topf, und vermische die Technik nicht mit gefalteten Pierogi Ruskie, mit Knedle oder mit Nudeln plus Quark-Sauce wie bei Makaron z serem.
Mit etwas Kartoffelanteil werden Leniwe fester, mit mehr Zucker süßer und milder. Nicht verwechseln mit gefalteten Pierogi Ruskie. Eine süße, gefüllte Nachbarschaft bilden die Knedle mit Pflaumen, ein Pasta-Comfort ganz ohne Kloßteig ist Makaron z serem.
