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Kopytka

Kopytka

Kopytka sind feste Kartoffel-Teigstückchen in Rautenform, die klassische Beilage zu Gulasz oder Butterzwiebeln, kompakter als italienische Gnocchi und ohne Füllung im Gegensatz zu den großen Pyzy.

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55 Min
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Kartoffeln in der Schale kochen, gut ausdampfen lassen und durch eine Kartoffelpresse drücken.

Tipps: Nur gut ausgedampfte Kartoffeln geben wenig Restfeuchte ab, das spart später Mehl und hält den Teig locker statt zäh.

Zutaten

  • Kartoffeln800 g
  • Mehl200 g
  • Ei1 Stück
  • Butter40 g
  • Zwiebel2 Stück

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Mehr über dieses Gericht

Kopytka

Kopytka, zwar schlicht, aber sättigend und in jeder Küche machbar. Der Name Kopytka bedeutet wörtlich kleine Hufe, denn die schräg geschnittenen Rautenstücke erinnern an die Hufe kleiner Tiere. Kartoffeln erreichten Polen zwar schon im 17. Jahrhundert, richtig verbreitet wurden sie aber erst im 19. Jahrhundert, und Kopytka in ihrer heutigen Form mit Kartoffel, Mehl und Ei tauchen erst in Kochbüchern des frühen 20. Jahrhunderts auf. Ihren festen Platz auf polnischen Tellern verdanken sie vor allem der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Kartoffel zur unverzichtbaren Grundlage der Alltagsküche wurde und die Milchbars der PRL-Ära Kopytka günstig neben Suppen und Koteletts anboten. In Poznań und der Region Wielkopolska heißen dieselben Klöße Szagówki, benannt nach der Redewendung „iść na szagę“, also schräg oder auf Umwegen gehen, ein Hinweis auf die charakteristische schräge Schnitttechnik. Kopytka ähneln italienischen Gnocchi stark im Grundrezept, fallen aber fester und kompakter aus, weil der Teig mehr Mehl und weniger Ei enthält als seine italienische Verwandte. Die Form ohne Rillen und Füllung unterscheidet sie klar von den großen, gefüllten Pyzy und von den mit Kartoffelstärke gebundenen Kluski śląskie.

Einkaufen und kochen

Für den Teig reichen mehligkochende Kartoffeln, Mehl, Ei, Butter und Zwiebel, alles Grundzutaten aus dem Supermarkt. Eine kräftige Zwiebel-Butter-Note oder ein Gulasch dazu holst du dir oft passender im Polenladen. Wenn du regelmäßig Gulasch oder andere Schmorgerichte dazu servierst, hilft die Dutch-Oven-Kaufberatung bei der Wahl von Topf und Timing.

Dampfe die gekochten Kartoffeln gründlich aus, bevor du Mehl und Ei untermengst, denn Restfeuchte macht den Teig klebrig und zwingt dich später zu mehr Mehl, als dem Geschmack gut tut. Der Teig sollte fest genug sein, um sich zu Rollen formen zu lassen, ohne an den Fingern zu haften. Schneide die Rollen schräg in Rauten, das gibt Kopytka ihre charakteristische Form und ihren Namen. Koche sie sanft in reichlich siedendem Wasser und nimm sie sofort heraus, sobald sie an die Oberfläche steigen, denn zu langes Kochen macht sie weich und lässt die Kanten aufreißen.

In deutschen Küchen sind Kopytka die unkomplizierte Brücke zwischen zwei Küchen, weil sie mit Kartoffel, Mehl und Ei aus Zutaten bestehen, die ohnehin im Haus sind. Sie sind einfacher zu formen als die gefüllten Pyzy und sättigender als Reis oder Nudeln, deshalb landen sie oft am Sonntagsessen-Tisch, wenn deutsche Gäste zum ersten Mal Gulasch mit polnischer Beilage probieren.

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Am Tisch

Serviere Kopytka als Hauptbeilage mit Butterzwiebeln, Gulasz wieprzowy oder einer kräftigen Pilzsoße, nicht als eigenständiges Gericht oder Snack nebenbei. Als regionale Alternative mit eigener Bindung stehen Kluski śląskie bereit, wenn du etwas anderes zum Gulasch probieren möchtest.

Zu viel Mehl macht Kopytka hart und mehlig statt zart, meist weil die Kartoffeln vorher nicht gut genug ausgedampft wurden. Zu nasse Kartoffeln lassen den Teig dagegen zerfallen, sobald er ins Wasser kommt. Zu starkes, sprudelndes Kochen reißt die Oberfläche auf und macht sie klebrig. Forme deshalb zuerst eine kleine Testcharge, prüfe Textur und Kochzeit, und korrigiere Mehlmenge oder Hitze, bevor der ganze Teig geschnitten und gekocht ist.

Spinat oder geriebene Rote Bete im Teig ändern nur die Farbe, ohne die Grundtechnik zu verändern, und ergeben ein hübsches Kontrastbild neben Gulasch. Wer die klassische Beilage vergleichen möchte, stellt Kopytka direkt neben Kluski śląskie, die mit Kartoffelstärke statt Mehl gebunden werden und eine charakteristische Kerbe in der Mitte tragen. Aufwendiger und mit Fleischfüllung sind die großen Pyzy, einen ruhigen Menürahmen für alle drei liefert das Sonntagsessen.

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