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Knedle ze śliwkami

Knedle ze śliwkami

Kartoffel-Knödel mit ganzer Pflaume im Kern, süß und sättigend, klar getrennt von Pierogi und Leniwe.

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70 Min
Schritte1 / 5

Kartoffeln kochen, gut ausdampfen lassen, stampfen und mit Mehl, Ei und einer Prise Salz zu weichem, formbarem Teig verkneten.

Tipps: Das Teiggefühl ähnelt dem bei Kopytka, doch die Kugel umschließt hier später die ganze Pflaume. Verwechsle das nicht mit Pierogi leniwe, die ganz ohne Füllung auskommen.

Zutaten

  • Mehlig kochende Kartoffeln800 g
  • Mehl200 g
  • Ei1 Stück
  • Pflaumen (frisch oder aus Glas, abgetropft)12 Stück
  • Zucker (für die Füllung, optional)2 EL
  • Butter60 g
  • Semmelbrösel80 g
  • Zimt, Zucker zum Servieren1 EL
  • Salz1 Prise

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Mehr über dieses Gericht

Knedle ze śliwkami

Knedle ze śliwkami, süß, weich, nach Pflaume und Butterbröseln. Knedle ze śliwkami stammen aus der gemeinsamen Küche der k. u. k. Monarchie, wo Kartoffelteig um eine ganze Pflaume gewickelt wurde und sich diese Idee über die ganze Doppelmonarchie verbreitete. Erst die breite Verfügbarkeit der Kartoffel im 18. und 19. Jahrhundert machte diesen weichen, formbaren Teig überhaupt möglich, und so entstand ein Gericht, das heute unter vielen Namen bekannt ist: Zwetschkenknödel in Österreich, szilvásgombóc in Ungarn, švestkové knedlíky in Tschechien, slivkové knedle in der Slowakei und Knedle ze śliwkami in Polen. In Polen setzten sich die Pflaumenknödel vor allem in Regionen mit habsburgischer Geschichte durch, allen voran in Galizien, das bis 1918 zu Österreich-Ungarn gehörte, und blieben von dort aus ein fester Bestandteil der Küche. Traditionell werden sie in gerösteten Butterbröseln gewälzt, eine Technik, die sich bis heute kaum verändert hat. Mit der eigenständigen slawischen Teigtaschen-Tradition der Pierogi-Familie haben sie trotz der thematischen Nähe zu Obst nichts zu tun, denn dort wird der Teig gefaltet und nicht rundherum verschlossen. Auch Pierogi leniwe sind etwas anderes, nämlich Quark-Klößchen ganz ohne Füllung. Pyzy tragen oft Fleisch, Uszka sind kleine Wigilia-Taschen, und Knedle bleiben klar das Rezept für Knödel mit ganzer Pflaume im Kern.

Einkaufen und kochen

Nimm mehlig kochende Kartoffeln, Mehl und Ei für den Teig sowie Pflaumen, frisch oder gut abgetropft aus dem Glas, dazu Butter, Semmelbrösel, Zucker und Zimt. Saisonware bekommst du im Supermarkt, Glasware und gute Brösel oft günstiger im Polenladen. Das sind keine Pierogi und keine Leniwe, denn hier umschließt der Kartoffelteig die ganze Frucht statt nur eine Füllung darin zu verstecken.

Die Kartoffeln gut ausdampfen lassen, damit der Teig weich bleibt, aber trotzdem tragfähig genug ist, um die Pflaume fest einzupacken. In leicht siedendem Wasser garen, bis die Knedle aufschwimmen. Ein zu nasser Teig platzt beim Kochen leicht auf, ein zu trockener reißt schon beim Formen. Deshalb lohnt es sich, zuerst eine einzelne Probe-Knedle zu kochen, bevor die ganze Charge geformt wird.

In Deutschland wird daraus oft ein Wochenendprojekt: vormittags die Kartoffeln kochen, nachmittags formen. Kinder dürfen die Pflaumen einpacken, während Erwachsene die Naht sicher verschließen. Pflaumen aus dem Glas retten den Winter, wenn der Markt gerade keine frische Ware hat, und die alte habsburgische Reiseroute des Rezepts zeigt sich hier ganz praktisch im Alltag.

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Am Tisch

Klassisch mit gerösteten Butterbröseln und Zucker oder Zimt, warm serviert. Als süßes Hauptgericht oder Dessert passt es nach dem Sonntagsessen. Wer lieber Apfel aus der Pfanne mag, findet das bei Racuchy z jabłkami. Śmietana ist optional am Rand, aber keine Pflicht.

Zu nasse Kartoffeln, zu viel Mehl und Risse an der Naht sind die häufigsten Ursachen für geplatzte Knedle. Zu stark sprudelndes statt sanft siedendes Wasser reißt den Teig zusätzlich auf. Knedle mit den gefalteten Pierogi oder mit Leniwe zu verwechseln, verfehlt außerdem die eigentliche Form dieses Gerichts, denn hier bleibt es bei runden Obst-Knödeln, dort bei ganz anderen Formen.

Mit Aprikose oder Mirabelle entsteht eine fruchtige Variante, mit etwas Quark im Teig kommt man geschmacklich näher an Leniwe heran, bleibt aber weiterhin gefüllt, und in einer herzhaften Version mit Fleisch rückt das Ganze eher in Richtung Pyzy als eigenständigem Rezept. Die weiterführende Teigfamilie erklärt der Pierogi-Guide, die schnelle Quark-Linie ganz ohne Obst bleiben Pierogi leniwe. In Österreich, Ungarn und der Slowakei kocht man mit Zwetschkenknödel, szilvásgombóc und slivkové knedle im Grunde dieselbe Familie, nur unter anderem Namen.