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Mizeria

Mizeria

Ganz dünn gehobelte Gurken ziehen unter Salz ihren Saft, dann verbindet kalte Śmietana mit frischem Dill alles zu einer kühlen, erfrischenden Beilage für Schabowy und den Sonntagstisch.

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20 Min
Schritte1 / 4

Gurken waschen, in sehr dünne Scheiben hobeln oder schneiden, leicht salzen und 10 bis 15 Minuten Saft ziehen lassen.

Tipps: Salz entzieht der Gurke Wasser, sonst verdünnt der austretende Saft später die Śmietana. Wie sich das mit dem fertigen Teller verbindet, zeigt der Panieren-Guide für Schabowy.

Zutaten

  • Salatgurken4 Stück
  • Śmietana oder Schmand200 g
  • Dill frisch1 Bund
  • Salz1 TL
  • Zucker0.5 TL
  • Pfeffer1 Prise
  • Zwiebel (optional)0.5 Stück

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Mehr über dieses Gericht

Mizeria

Mizeria, kühl, cremig-säuerlich, nach Dill und frischer Gurke. Der Name Mizeria kommt vom lateinischen und französischen Wort für Elend, misère, und das ist eine Art Ironie: Sprachforscher wie Aleksander Brückner ordnen ihn dem Wortfeld für Armut zu, weil Gurken einst genau in der kargen Vorsommerzeit reiften, wenn sonst kaum Gemüse verfügbar war, und arme Landfamilien oft nur diesen einen schlichten Salat auf dem Tisch hatten. Die bekanntere Legende, dass Königin Bona Sforza vor Heimweh nach Italien weinte, wenn sie polnische Gurken aß, gilt unter Historikern als hübsche, aber unbelegte Geschichte. Ursprünglich wurde die Gurke nicht nur mit Sahne, sondern auch mit Milch, Essig und reichlich Zucker angemacht, teils sogar kurz mit heißem Wasser überbrüht, wie es Kochbücher des 19. Jahrhunderts festhalten. Erst mit der Zeit setzte sich sure Śmietana als die polnische Variante durch und machte aus dem kargen Elend-Essen einen festen Bestandteil des Sonntagstischs, oft neben knusprigem Kotlet schabowy. Mit einer kalten Suppe wie Chłodnik hat Mizeria trotz ähnlicher Zutaten nichts zu tun, denn sie bleibt Salat, keine Suppe.

Einkaufen und kochen

Feste Salat- oder Feldgurken, frischer Dill und ein Milchprodukt mit klarer Rolle, Schmand oder saure Sahne statt irgendeiner Sahne aus dem Kühlregal. Welche Stufe wohin passt, erklärt der Śmietana-und-Schmand-Guide, dort findest du auch Alternativen, während hier der Anwendungsfall Mizeria im Mittelpunkt steht. Zucker und Pfeffer sparsam dosieren, optional etwas sehr fein geriebene Zwiebel. Einkaufstag und Spezialitäten dazu liefert der Polenladen-Guide.

Die Gurke dünn hobeln, salzen und warten lassen, dann ausdrücken, denn genau diese Reihenfolge entscheidet über die Konsistenz. Śmietana kalt unterheben, nicht schlagen, sonst gerinnt sie leicht. Dill kommt erst am Ende dazu, damit er frisch bleibt und sein Aroma nicht verkocht. Zucker gleicht die natürliche Bitterkeit mancher Gurken aus, er soll den Salat nicht süß wie ein Dessert machen. Abschmecken lohnt sich erst kurz vor dem Servieren, weil die Gurke währenddessen weiter Wasser abgibt.

In deutschen Küchen geht Mizeria oft schneller als gedacht: Gurken aus dem Supermarkt, Schmand aus dem Kühlregal, Dill vom Kräutertopf auf der Fensterbank. Wer den Sonntag durchplant, mischt Mizeria erst nach dem Braten an, parallel zum Panieren-Ablauf für den Schabowy, damit sie nicht zu lange wässrig zieht. Den größeren Menü-Rahmen ohne Küchenchaos liefert das polnische Sonntagsessen.

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Am Tisch

Klassisch neben Kotlet schabowy und Kartoffeln, ebenso gut zu Kotlet mielony. Im Festmenü taucht sie als kühle Beilage im Wielkanoc-Speiseplan auf. Am Alltagstisch reicht eine Schüssel für vier Personen, dabei lieber kurz vor dem Essen nachlegen, als den Salat lange wässrig stehen zu lassen. Reste halten sich einen Tag im Kühlschrank, sollten aber erneut abgeschmeckt und mit frischem Dill ergänzt werden.

Wer die Gurken nicht aussalzt, bekommt eine wässrige Sauce statt einer cremigen Beilage. Heiße oder zu kalte Śmietana direkt aus dem Kühlschrank kann sich leicht trennen. Zu viel Zwiebel überdeckt den Dill komplett. Mizeria mit dem kalten Chłodnik zu verwechseln oder sie als Basis für kalte Suppen misszuverstehen, führt ebenfalls in die falsche Richtung. Für ein Buffet sollte man den Salat erst kurz vorher anmischen, sonst wird er bis zum Servieren zu weich.

Mit Joghurt wird die Beilage leichter, mit etwas Zitronensaft säuerlicher, und wenn die Gurken schon süß sind, kann der Zucker ganz entfallen. Manche Familien geben eine Spur Knoblauch dazu, das ist dann ehrlich als Hausvariante zu benennen und nicht als Standardrezept. Warm serviert ist es keine Mizeria mehr. Ein festlicher Buffetsalat mit Mayonnaise und Gemüse hat einen ganz anderen Charakter und heißt Sałatka jarzynowa. Die verwandte kühle Linie im Sommer bleibt der Chłodnik, der als eigenes Rezept weiterlebt.