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Krupnik

Krupnik

Eine wärmende polnische Suppe aus Perlgerste und Wurzelgemüse, wahlweise mit zartem Hühnerfleisch, ganz anders als die Erbsensuppe Grochówka oder die dunkle Pilzsuppe Zupa grzybowa.

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75 Min
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Die Perlgerste in einem Sieb gründlich abspülen. Zwiebel, Karotte, Sellerie und Petersilienwurzel würfeln und, falls verwendet, das Hühnerfleisch in Stücke schneiden. Die Zwiebel in Butter oder Öl glasig dünsten und die Gerste kurz mitrösten, bis sie leicht nussig duftet.

Tipps: Krupnik lebt von der Gerste, nicht von Erbsen wie bei der Grochówka. Einen Überblick über die ganze Suppenfamilie gibt der Beitrag zu polnischen Suppen.

Zutaten

  • Perlgerste (kasza jęczmienna)150 g
  • Zwiebel1 Stück
  • Karotte2 Stück
  • Sellerie / Petersilienwurzel1 Stück
  • Hühnerfleisch (optional)300 g
  • Wasser oder leichte Brühe1.5 l
  • Butter oder Öl2 EL
  • Lorbeer, Salz, Pfeffer, Dill1 nach Geschmack

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Mehr über dieses Gericht

Krupnik

Krupnik, getreidewarm, nach Gerste und Wurzelgemüse, Alltag und Sonntagstopf. Der Name Krupnik kommt vom altpolnischen Wort krupy, das schlicht Grütze oder Graupen bedeutet, und die Suppe reicht bis ins Mittelalter zurück. Ursprünglich war sie eine schlichte, oft fastentaugliche Grützsuppe für Bauern und Landarbeiter, erst ab dem 18. Jahrhundert fand sie den Weg auf bürgerliche und adlige Tische, unter anderem in Lucyna Ćwierczakiewiczowas berühmtes Kochbuch „365 obiadów za 5 złotych“ aus dem 19. Jahrhundert. Je nach Region unterscheidet sich Krupnik bis heute: In den Bergen der Podhale kommt traditionell mehr Wurzelgemüse hinein, in Masowien wird die Suppe deutlich fleischiger gekocht. Krupnik ist dabei weder die dicke Erbsensuppe Grochówka noch die klare Festtagsbrühe Rosół noch die Sauerkrautsuppe Kapuśniak. Einen Überblick über die ganze Suppenlandschaft gibt der Beitrag zu polnischen Suppen.

Einkaufen und kochen

Perlgerste ist der Charakterträger von Krupnik und liegt oft im Polenladen griffbereit, genauso gut findest du sie aber auch im Getreideregal jedes Supermarkts. Dazu kommen Wurzelgemüse, Zwiebel, Lorbeer und Dill vom Markt, optional etwas Hühnerfleisch aus der Kühltheke. Fehlt eine bestimmte Gerstensorte, hilft der Beitrag zu Ersatzprodukten weiter, ohne dass daraus eine Erbsensuppe wird. Getrocknete Erbsen oder ein Fond aus Trockenpilzen gehören nicht in den Topf, sonst landest du bei der Grochówka oder der Zupa grzybowa. Wie du eine klare Brühe als Basis kochst, zeigt die Rosół-Technik.

Die Gerste zunächst abspülen und kurz mitrösten, dann ruhig köcheln lassen, denn zu starkes Sprudeln macht den Topf trüb und gart die Körner ungleichmäßig. Fleisch und spätere Zutaten so timen, dass nichts zerkocht, während die Gerste selbst gerne etwas länger ziehen darf. Ein teilweises Pürieren ist möglich, aber selten nötig, denn Krupnik soll Biss haben und nicht zu Babybrei werden wie eine dicke Grochówka. Salz gestaffelt zugeben und mit Säure sparsam bleiben, denn diese Suppe lebt von der Wärme des Getreides und nicht von einem Waldpilzaroma wie die Zupa grzybowa. Für die Klarheit der Brühe lohnt sich ein Blick in die Rosół-Technik.

Krupnik passt gut in den Alltag der Diaspora, weil ein Topf reicht: Gerste aus dem Vorrat, Gemüse aus dem Supermarkt, fertig. Du kannst gut für zwei Tage vorkochen, solltest beim Aufwärmen aber etwas Brühe nachgießen, weil die Gerste weiter Flüssigkeit zieht. Kinder dürfen die Gerste abmessen und Gemüse waschen, am heißen Topf übernehmen Erwachsene. Guten Vorrat an Gerste findest du im Polenladen, während die Kultur rund um den Sonntagstisch im Sonntagsessen-Guide beschrieben ist.

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Am Tisch

Serviere Krupnik heiß mit reichlich Dill und frischem Brot dazu, als sättigender Starter oder als ganzes Mittagessen im Alltag, so wie es auch beim polnischen Sonntagsessen üblich ist. Wer lieber Erbsen mag, findet sein Gericht bei der Grochówka, wer eine klare Festtagsbrühe sucht, bei Rosół. Einen Überblick über die ganze Suppenfamilie liefert der Beitrag zu polnischen Suppen, gute Zutaten dafür findest du im Polenladen.

Krupnik wird gelegentlich mit der Erbsensuppe Grochówka oder der Pilzsuppe Zupa grzybowa verwechselt, dabei ist die Gerste der eigentliche Charakterträger. Zu starkes Pürieren macht aus der Suppe Brei, und ungewaschene Gerste trübt den Topf unnötig. Auch zu frühes Zugeben von bereits gegartem Fleisch lässt es beim Nachkochen austrocknen, deshalb kommt es besser erst gegen Ende in den Topf.

Mit mehr Hühnerfleisch wird Krupnik deutlich sättigender, in der vegetarischen Version bleibt das Fleisch ganz weg und wird im Titel ehrlich benannt. Getrocknete Pilze dürfen als leiser Unterton mitkochen, sollten die Suppe aber nicht zur Zupa grzybowa machen, denn der Fokus bleibt bei der Gerste. Passende Suppen-Nachbarn sind die Grochówka, der Kapuśniak und der Rosół, einen Überblick über alle gibt der Beitrag zu polnischen Suppen, und für den Sonntagstisch passt der Sonntagsessen-Guide.