
Grochówka
Klassische polnische Erbsensuppe aus gelben Trockenerbsen mit Rauchwurst und Kartoffeln, deftig und gut zum Vorkochen für mehrere Tage.
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Gelbe Trockenerbsen (groch) über Nacht einweichen oder nach Packungsangabe vorbereiten, dann abgießen. Mit frischem Wasser aufsetzen, Zwiebel, Karotte, Lorbeer und Majoran dazugeben und ruhig köcheln lassen, bis die Erbsen weich fallen.
Tipps: Das sind Erbsen und keine Bohnen, das Bohnengericht Fasolka po bretonsku bleibt ein eigenes Rezept. Einen Überblick über die Suppenfamilie gibt Polnische Suppen.
Zutaten
- Gelbe Trockenerbsen (groch)400 g
- Geräucherte Kiełbasa oder Speck250 g
- Kartoffeln400 g
- Zwiebel1 Stück
- Karotte1 Stück
- Wasser oder leichte Brühe2 l
- Majoran, Lorbeer, Salz, Pfeffer, Dill1 nach Geschmack
Alemniam
Mehr über dieses Gericht
Grochówka
Grochówka, deftig und rauchig, mit Erbse und Majoran, ein Topf für den Alltag und zum Vorkochen. Grochówka ist die klassische polnische Erbsensuppe und gilt als eine der ältesten Suppen des Landes. Das erste bekannte Rezept, damals noch polewka grochowa genannt, steht bereits in Stanisław Czernieckis „Compendium Ferculorum“ von 1682. Jahrhundertelang war sie ein rein pflanzliches Bauerngericht, denn Fleisch blieb den Reichen vorbehalten. Berühmt wurde sie als Suppe der polnischen Armee, so sehr, dass polnische Emigranten nach dem Novemberaufstand von 1830 und 1831 jedes Jahr am 25. Februar in Paris zusammenkamen, um mit einem Teller Grochówka an die Schlacht bei Grochów zu erinnern. Erst das Kochbuch „Kuchnia Polska“ von 1972 etablierte die heutige Version mit reichlich Wurzelgemüse und geräucherter Wurst. Der Spruch, die Suppe müsse so dick sein, dass der Löffel darin stehen bleibt, beschreibt ihren Charakter bis heute. Das ist weder das Bohnenschmorgericht Fasolka po bretonsku noch die Sauerkrautsuppe Kapuśniak noch die klare Brühe Rosół noch die Gerstensuppe Krupnik.
Einkaufen und kochen
Gelbe Trockenerbsen und geräucherte Wurst bilden den Kern dieser Suppe. Welche Wurst wohin passt, erklärt das Kiełbasa-Arten-Lexikon, den Einkauf erledigst du oft am günstigsten im Polenladen. Kartoffeln, Zwiebel, Karotte und Majoran bekommst du im normalen Supermarkt. Fehlt geräucherte Kiełbasa, hilft milder Speck oder Schinken laut den Ersatzprodukten DE weiter. Weiße Bohnen und Sauerkraut gehören nicht hinein, sonst landest du eher bei Fasolka oder Kapuśniak.
Die Erbsen müssen weich fallen, bevor Kartoffeln und Wurst dazukommen, sonst bleibt die Suppe ungleichmäßig gegart. Einen Teil davon mit dem Pürierstab anzustoßen gibt Körper, ohne die Suppe zu Brei zu machen. Die Wurst zuerst anbraten und erst spät in den Topf geben, damit das Raucharoma nicht verkocht. Majoran sparsam dosieren, denn zu viel davon erschlägt den Erbsengeschmack schnell. Zu dünn gerät die Suppe wässrig, zu kurz gegart bleiben die Erbsen bissfest, beides sind typische Anfängerfehler bei diesem Rezept.
Grochówka ist ein diasporafreundlicher Topf: einmal kochen, für zwei Tage satt werden, Reste portionsweise einfrieren. Am Samstag die Erbsen einweichen, am Sonntag köcheln lassen, oder an einem Wochentag, wenn Schichtarbeit den Rhythmus verschiebt. Kinder dürfen die Erbsen abspülen, während die heiße Wurstpfanne bei den Erwachsenen bleibt. Die Einkaufsliste bleibt kurz: Erbsen, Wurst, Kartoffeln, Details zur passenden Wurst liefert das Kiełbasa-Arten-Lexikon, erhältlich meist im Polenladen.
Am Tisch
Heiß mit frischem Dill oder Majoran und einer Scheibe Brot, als Starter am Sonntag oder als vollwertiges Mittagessen im Sinne des polnischen Sonntagsessens. Wer Bohnen möchte, findet sie bei Fasolka, wer eine Krautsuppe sucht, bei Kapuśniak, und wer klare Brühe will, bei Rosół. Einen Überblick über die ganze Suppenlandschaft gibt Polnische Suppen, Wurst-Wissen liefert das Kiełbasa-Arten-Lexikon.
Wer Grochówka mit dem Bohnengericht Fasolka verwechselt, landet bei einer ganz anderen Hülsenfrucht. Auch die Verwechslung mit der Sauerkrautsuppe Kapuśniak oder mit der Gerstensuppe Krupnik führt in die falsche Richtung. Zu kurze Garzeit lässt die Erbsen hart bleiben, und wer die Wurst von Anfang an mitkocht, statt sie erst spät zuzugeben, verliert genau das Raucharoma, das die Suppe ausmacht.
Mehr Speck macht die Suppe rauchiger, eine vegetarische Version mit geräuchertem Paprikapulver lässt sich ehrlich als solche kennzeichnen, und je nach Hausbrauch darf sie dicker oder dünner ausfallen. Passende Nachbarn sind Fasolka, Kapuśniak und Rosół. Mehr zur Landschaft der Suppen liefert Polnische Suppen, zur Wurstwahl das Kiełbasa-Arten-Lexikon, zum Menürahmen das Sonntagsessen, und Ersatzideen liefern die Ersatzprodukte.
